Fakten
Über 30 % Deutsche haben eine Allergie
20 % der Bevölkerung leidet an Heuschnupfen
1.113 Proteinallergene listet die WHO
30 – 60 % höheres Risiko bei Kindern von allergischen Eltern
Über 30 % Deutsche haben eine Allergie
Etwa jeder dritte deutsche Erwachsene, ist von einer allergischen Krankheit betroffen – das sind über 21 Millionen Menschen. Damit gelten Allergien inzwischen längst als Volkskrankheit.
Allergien auf dem Vormarsch – Deutschland ist Spitzenreiter
Auch wer nicht selbst betroffen ist, kennt mindestens eine Handvoll Leute in seinem Freundes- und Bekanntenkreis, die unter Allergien leiden. Die Krankheit ist hierzulande tatsächlich weit verbreitet: Über 21 Millionen Erwachsene sind betroffen, also jeder dritte Deutsche. Frauen zählen mit etwa 35 % häufiger zu den einschlägigen Patienten als Männer (27 %).
Interessanterweise überholen wir unsere europäischen Nachbarländer in der Statistik. Laut einer EU-weiten Befragung (EHIS) sind 29 % der 15- bis 79-jährigen Deutschen von Allergien gepeinigt – ein deutlicher Vorsprung gegenüber dem EU-Durchschnitt von 17 %. Möglicherweise spielt auch die hiesige demografische Entwicklung eine Rolle: Jüngere Menschen haben häufiger allergische Reaktionen als Senioren. Das lässt zumindest hoffen, dass sich manche Allergien im Laufe des Lebens abschwächen.
Rote Nasen im Frühling
Rund 20 % der Deutschen entwickeln eine Überempfindlichkeit gegen Eiweiß-Bestandteile bestimmter Pollen. Die Palette reicht von tränenden Augen und starkem Niesreiz über Hautjucken bis hin zu Atemnot. Das liegt daran, dass unser Immunsystem die in der Luft umherschwirrenden und eigentlich harmlosen Pflanzensamen als gefährlich einstuft und mit einer spontanen Abwehrreaktion über das Ziel hinausschießt.
Die Bezeichnung Heuschnupfen ist dabei eigentlich irreführend: Selten ist Heu der Auslöser, sondern viele verschiedene Pflanzenarten, und es handelt sich auch nicht um einen Schnupfen im Sinne einer Erkältung. Leider macht auch die zunehmende Luftverschmutzung unsere Atemwege anfälliger. Deshalb sind auch mehr Großstädter als Landbewohner betroffen – so viel zum Thema Heu. Tipp Nr. 1: Pollenkalender studieren und dem Übel möglichst aus dem Weg gehen.
Was kommt auf den Teller?
Proteine, auch Eiweiße genannt, gehören neben Fetten und Kohlenhydraten zu den wichtigsten Bestandteilen unserer täglichen Nahrung. Dein Körper ist darauf angewiesen, etwa für den Aufbau und Erhalt der Muskeln. Man findet diesen Makronährstoff in Fleisch- und Milchprodukten, in Hülsenfrüchten und Getreide, Obst und Gemüse – also praktisch fast überall. Die hohe Zahl von über 1.000 Proteinallergenen verblüfft selbst die Wissenschaft. Gegenwärtig läuft die Forschung auf Hochtouren.
Häufig kommt es zu Überempfindlichkeiten auf Substanzen etwa im Gemüse, auf die man eigentlich gar nicht allergisch ist. Das Immunsystem bringt das Protein lediglich in Verbindung mit einem anderen Allergen, zum Beispiel Pollen. Dann spricht man vom pollenassoziierten Lebensmittelallergiesyndrom (PFAS). Mediziner raten solchen Patienten, das Gemüse zu erhitzen. Dabei werden die Proteine so verändert, dass das Immunsystem sie nicht mehr als vermeintliche Feinde identifiziert.
Genetische Vorbelastung
Viele Babys und Kleinkinder leiden schon unter allergischen Reaktionen. Logisch, dass die sensiblen kleinen Körper besonders anfällig auf die Umwelt reagieren. Ist ein Elternteil allergisch, liegt das Risiko für den Nachwuchs bei 30 %, ebenfalls Allergien zu entwickeln. Sind Mutter und Vater beide betroffen, erhöht sich dieser Wert bis auf das Doppelte. Übertriebene Hygienestandards verstärken das Problem noch. Da kann es nicht schaden, auch mal im Matsch zu spielen, um das Immunsystem zu trainieren.
Im Säuglingsalter sind Neurodermitis und Nahrungsmittelallergien besonders verbreitet, die sich allerdings im Laufe der Jahre zurückbilden können. Leider entsteht dann im Jugendalter häufig eine Überempfindlichkeit gegen Katzenhaare, Hausstaubmilben und Pollen. Den Verlauf solcher wundersamen Wandlungen bezeichnen Mediziner als „Allergiker-Karriere“.
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